Was wir bisher erreicht haben

Aufbau des Verbandes als solches

Seit der Gründung 2019 arbeiten wir an der ständigen Erweiterung des Verbandes. Dazugehörten bisher der Aufbau der Homepage, sowie die Erstellung von Praxishilfen wie der DPNW-eigene telefonische Terminvermittlungsdienst, eine eigene, datenschutzkonforme Suchmaschine, eine eigene Videoplattform für Patientenbehandlungen sowie weitere Plattformen als Austauschforen und Datenbanken; Bekanntmachung des DPNW durch zahlreiche Pressemitteilungen und Darstellung im Internet, wie auch auf Wikipedia.
Dann natürlich die tägliche Beantwortung der vielen eingehenden Anfragen und guten Anregungen, die Organisation von Fortbildungen, der wöchentliche Versand des Newsletters und vieles mehr.
Berufspolitisch verabredeten wir Besuche des Vorstandes bei Politikern in Berlin, um auf gesundheitspolitischer Ebene die Konsequenzen darzustellen, die die Gesetzespolitik des Bundesgesundheitsministers für unseren Berufsstand bedeutet.
Des Weiteren haben wir die regelmäßigen Sprechstunden für Kolleginnen und Kollegen zu wichtigen und relevanten Themen ins Leben gerufen. Diese Einrichtung ist einmalig unter den Berufsverbänden. 
Insgesamt haben wir bis Anfang 2022 bereits 2000 Mitglieder angeworben.


Corona

Mit dem Beginn der Coronapandemie 2020 konzentrierten wir uns auf die sofortige Umsetzung der Möglichkeit zu unbegrenzter Therapie per Video und Telefon. Unser Ziel: Wahlfreiheit von Video- und Telefontherapie für Patienten bzw. Patientinnen und Behandler bzw. Behandlerinnen auch außerhalb der Pandemie.
Wir haben die Kassenärztlichen Vereinigungen davon überzeugt, die Abschlagszahlungen für Kolleginnen und Kollegen, die in der Corona-Pandemie weniger verdienten, nicht zu senken.
Für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten besteht auch Dank unserer Interventionen keine Maskenpflicht am Arbeitsplatz. Auch Patienten und Patientinnen können auf die Masken verzichten.

Flutkatastrophe

Die Flutkatastrophe 2021 im Ahrtal und in umliegenden Regionen erforderte sofortiges Handeln. Durch die überwältigende Hilfsbereitschaft von Kolleginnen und Kollegen konnte beim DPNW sehr schnell für vier Monate ein Notfalltelefon mit mehr als 80 Kollegen und Kolleginnen eingerichtet werden, bei dem Hilfesuchende ein erstes Gespräch und Unterstützung durch Psychotherapeuten und -therapeutinnen finden können. Ebenso wie eine Datenbank an Angeboten von Kollegen und Kolleginnen, die ihre Behandlungsräume für in Not geratene Kollegen und Kolleginnen zur Verfügung stellen. In unseren bereits bestehenden Terminvermittlungsdienst für Psychotherapiesuchende haben wir sofort viele Termine von Kollegen und Kolleginnen für über 100 Akutbehandlungen integriert, die uns sehr hilfsbereit solche Termine, speziell für Flutbetroffene, mitgeteilt haben.

PEH Ausbildung

Angestoßen durch die Flutkatastrophe im Ahrtal gibt es jetzt, in Kooperation mit dem Rhein-Eifel-Institut in Andernach, Ausbildungen in Psychologischer Erster Hilfe, die sehr gefragt sind und sowohl von Kollegen und Kolleginnen wie von Laien besucht werden können. Organisatorisch gehört hierzu die Verbreitung dieser Angebote durch Pressemitteilungen, Kontaktaufnahmen zu anderen Hilfsstellen, städtischen Einrichtungen etc.

E-Evidence Verordnung

Ein weiteres „akutes“ Ereignis in 2021 ist mit der E-Evidence-Verordnung aufgetaucht, auf die das DPNW mittels einer Petition aufmerksam macht. Dadurch konnten bereits mehrere tausend Unterschriften gesammelt werden und die Aufmerksamkeit und Unterstützung bei dem Thema durch den Bundesdatenschutzbeauftragten, die KBV, den BDP und kirchliche Stellen erzielt werden. Ohne Einwirken gegen ein Inkrafttreten dieser E-Evidence-Verordnung geraten wir sehr schnell europaweit in die Situation, dass Länderrecht und damit auch die Schweigepflicht nicht nur im Gesundheitswesen, sondern auch in Kirchen, bei Rechtsanwälten bzw. Rechtsanwältinnen, Steuerberatern bzw. Steuerberaterinnen etc. durch die Anwendung einer übergeordneten Gesetzesausübung ausgehebelt werden kann. Der DPNW-Vorstand führt hier zur Zeit Gespräche mit den Zuständigen auf EU-Ebene. Hier finden Sie mehr Informationen zur E-Evidence Petition.

 

Telematik und Datenschutz

Schweigepflicht, Datenschutz sowie die die drohenden Einschränkungen unseres Berufsstandes sind dringliche Themen, die uns schon seit der Verbandsgründung kontinuierlich beschäftigen. Aus diesem Grund setzen wir uns gegen die verpflichtende Einführung von Telematik und elektronischer Patientenakte ein. Schon Ende 2019 hat das DPNW das Bündnis zum Schutz der Gesundheitsdaten ins Leben gerufen, welches in regelmäßigen Meetings Aktionen plant, wie z.B. auf Twitter, zwecks Bewusstmachung des Themas in der breiten Öffentlichkeit, oder das gemeinsame Schreiben an Politiker bzw. Politikerinnen. Hierbei sind auch verschiedene Initiativen und Verbände beteiligt, die das Patientendatenschutz-Thema als wichtigen Bestandteil der aktuellen Gesundheitspolitik einschätzen.
So hat das DPNW darauf hingewirkt, den Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen), die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und das elektronische Rezept erfolgreich zu blockieren.
Einerseits wird der Druck seitens der Politik auf die Behandler bzw. Behandlerinnen mittels irreführender Aussagen oder drohenden Sanktionen erhöht. Sei es, dass „nur die nur die TI“ vor Datenhacks und Datenverlust schützen könne - was von IT-Fachleuten und Datenschützern bzw. -schützerinnen als irreführend bezeichnet wird-, die Honorareinbußen für standhafte Kollegen und Kolleginnen oder die Schürung von Sorge, dass gar ein Zulassungsentzug oder Unmöglichkeit von Praxistätigkeit drohe, was rechtlich nicht zu halten ist. Andererseits erleben die Behandler und Behandlerinnen technische Ausfälle, die sogar den Praxisalltag lahm legen, wie der Ausfall des Versichertenstammdatenmanagements in 2020 zeigte. Durch unseren massiven Widerstand haben wir die Einführung der Telematik-Infrastruktur immer wieder verzögert: Ca. 40% Psychotherapeuten und -therapeutinnen sagen nein. Die KBV stellt sich auch bereits hinter uns und erste KVen setzen Sanktionen bei Nichtanschluss an Telematik aus. 
Das DPNW entwickelte bereits eigene Plattformen, z.B. als Kommunikationsplattform für Psychotherapeuten bzw. -therapeutinnen, mit eigenem Sicherheitskonzept. Es wurde ein Test zu Praxisverwaltungssystemen für unsere Mitglieder erstellt. Wir setzen uns dafür ein, dass eine unsichere TI, unsichere Praxis- und Arztausweise nicht zum Einsatz kommen, bei denen schon in 2020 der Chaos Computer Club verheerende Datenlecks offenlegte. Zudem haben wir ein Forum zum überregionalen Austausch von Telematikgegnern und -gegnerinnen eingerichtet, in dem Betroffene sich gegenseitig unterstützen können und eine Diskussionsplattform erhalten haben. 
Wir haben dafür gesorgt, dass die gematik für die Kosten des fehlerhaften Konnektor-Updates im Frühjahr 2020 aufkommen musste. Zusammen mit Ärzten bzw. Ärztinnen, Patienten bzw. Patientinnen und Datenschützern bzw. -schützerinnen gründeten wir das Arbeitsbündnis gegen Datenmissbrauch in der Medizin. So erhöhen wir gemeinsam den politischen Druck auf die Akteure und Akteurinnen im Gesundheitswesen. Die hohe Verweigerungsrate gerade bei uns Psychotherapeuten und -therapeutinnen, spricht für sich. 

ePa

Durch Öffentlichkeitsarbeit haben wir Versicherte sensibilisiert und dafür gesorgt, dass nur 3% der gesetzlich Versicherten die elektronische Patientenakte (ePa) in Anspruch genommen haben (250.000 von 73 Millionen Versicherten). Des Weiteren haben wir verhindert, dass die ePa ohne „feingranulare Zustimmung“ eingeführt wird und die Einführung des eRezepts durch unsere Juristen immer wieder verzögert. Wir haben der Patientenbefragung durch das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) Einhalt geboten. Patienten und Patientinnen müssen jetzt vor jeder Weiterverwertung ihrer Daten gefragt werden. Wir konnten den Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber bereits zweimal gewinnen, mit uns über die Telematikinfrastruktur, elektronische Patientenakte und die Konsequenzen einer unzureichend ausgereiften Digitalisierung unseres Gesundheitswesens und unserer Gesellschaft zu diskutieren. Wir haben ihn für die Probleme der ePa sensibilisiert.

Nützliche Unterstützungen

Unsere Mitglieder finden in einem speziellen Online-Bereich verschiedene nützliche Unterstützungen wie Mustertexte, Widerspruchsschreiben gegen Honorarkürzungen, Skripte zu DPNW-Webinaren und einiges mehr. 


Anbieten von Veranstaltungen

Online-Veranstaltungen und Samstags-Sprechstunden werden regelmäßig angeboten. Die Webinare für die Mitglieder sind auf große Beliebtheit gestoßen, ebenso wie die persönlichen Termine für IT- und Rechtsberatungen. Diese Angebote sind für Mitglieder kostenlos und inzwischen fester Bestandteil unseres Angebotes.  Das Besondere an den Online-Veranstaltungen, den Webinaren, bei denen meist auch Fortbildungspunkte erworben werden können: Sie orientieren sich an brandaktuellen und an nützlichen Themen für die psychotherapeutische Praxis. So geht es um Themen wie Dokumentationspflicht und Aktenführung, IT-/PC-Sicherheit in der Praxis, rechtssichere Backups und Verschlüsselung, Praxisabgabe/Jobsharing, Corona und seine Auswirkungen für die psychotherapeutische Praxis, Corona-Schutzschirm KV. Unterstützt werden all unsere Arbeiten durch verschiedene Pressemitteilungen zu aktuellen Themen, die das DPNW herausgibt, die oft auch überregional auf großes Interesse stoßen und Aufmerksamkeit auf unser Kollegennetzwerk lenken. Aktuelle Entwicklungen wie z.B. die Positionierung der zuständigen Stellen auf unsere Seite, nämlich gegen die untragbaren TI-Sanktionen, geben uns Recht, hier „auf Kurs“ zu bleiben und dass sich hartnäckige Arbeit in die richtige Richtung, auch gegen Widerstände, bezahlt macht.
Bisher wurden 493 Veranstaltungen mit 2421 Teilnehmern abgehalten (Stand 01.03.2022).

Terminvergabe

Beim Thema Terminservicestellen konnten wir erreichen, dass Praxen, die keine Termine frei haben, also ausgelastet sind, keine Sprechstunden, Akutbehandlungen oder probatorische Sitzungen anbieten müssen. Wir haben eine eigene Terminvergabe ins Leben gerufen, bei der freie Therapieplätze (nicht Termine) durch Psychologen bzw. Psychologinnen vergeben werden. Damit fällt die telefonische Bereitschaft weg.

Rechtsberatung

Wir haben bereits begonnen, kostenlose Rechts- und IT-Beratungen durchzuführen.


Umfragen

Wir haben mehrere Befragungen unter Kollegen bzw. Kolleginnen und auch Patienten bzw. Patientinnen durchgeführt, wie zur elektronischen Patientenakte (wissenschaftlich gestützt durch die Universität Bonn), zur Videosprechstunde in der Psychotherapie, Zufriedenheit mit Praxisverwaltungssystemen, zur Maskenpflicht in der Psychotherapie. Aktuell läuft eine Umfrage zu Erfahrungen unserer Kollegen und Kolleginnen zum Nutzen der TI in der psychotherapeutischen Praxis. Hier kommen Sie zu unseren aktuellen Umfragen.

 

Klagen

Gemeinsam mit unserem Juristen führen wir Muster- und Verfassungsklagen gegen die Honorar-Sanktionen für Behandler und Behandlerinnen, die die TI verweigern, sowie eine Verfassungsklage gegen die für Patient und Patientinnen unzumutbare Lotsenregelung.

Praxisalltag

Wir haben dafür gesorgt, dass das Gutachterverfahren für Gruppen ganz abgeschafft wurde und das Gutachterverfahren für Einzeltherapien durch ein anderes Verfahren ersetzt wird.

Woran wir noch arbeiten:

  • Das Forum für den Austausch mit den Anbietern der Praxisverwaltungssoftware. Dies hängt unmittelbar mit dem Test der Praxisverwaltungssoftware zusammen und wird bald kommen.
  • Die Veröffentlichung der Kommunikationsplattform für Psychotherapeuten und -therapeutinnen mit einem neuen Sicherheitskonzept. Es wird KIM, Videosprechstunde, "Telegram" und "Dropdop" ohne Zugriffsmöglichkeit von außen geben. Die technische Ausarbeitung ist fertig. Die Bedienung muss jedoch noch überarbeitet werden, damit es für jede Kollegin und jeden Kollegen leicht zu bedienen ist, egal, welche Vorkenntnisse man hat!  
  • Aufbau eines eigenen PiA Netzwerks
  • Erweiterung einer bundesweiten zentralen Therapieplatzvergabe
  • Weitere Verbesserung der Website
  • und vieles mehr...