Für Angehörige


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Sie haben den Verdacht, dass ihr Partner, Kind, Freund oder sonstig nahestehende Person von einer psychischen Störung betroffen ist und wissen nicht, wie Sie damit umgehen sollen?

 

Vielleicht ist eine nahestehende Person auch schon in professionellen, therapeutischen Händen, aber auch Sie möchten Ihre Hilfe anbieten und wissen nicht recht, wie?

 

Oder vielleicht brauchen auch Sie ganz persönlich mal einen
Gesprächspartner oder Ratschläge, weil die psychische Störung eines Angehörigen Sie belastet?










All das ist mehr als verständlich und geht vielen Angehörigen von Menschen mit psychischen Störungen so. Leidensdruck ist selten nur beim Patienten selbst zu finden, sondern belastet auch Freunde, Familie und Partner. Dass Sie andere Menschen in schwierigen Lebensphasen nicht alleine lassen oder ihnen zur Seite stehen möchten, ist toll und auch für die/den Patientin/en eine wichtige Ressource. Wichtig ist aber, dass auch Sie sich früh genug Rat sucht und sich nicht selbst dabei vergisst. Der Druck und die Belastung ist auch für Angehörige enorm und das Risiko, selbst krank zu werden steigt, je näher man dem erkrankten Menschen steht. Außerdem sollten Sie sich klar machen, dass Sie zwar eine große Hilfe sein können, aber nicht alleine die Verantwortung tragen. Dafür sind schließlich auch psychiatrische und/oder psychologische Experten da. Gut also, dass Sie Ihren Weg zu uns gefunden haben!

Wir möchten Ihnen Informationen bieten und Ihnen zeigen, dass Sie nicht alleine sind mit dem, was Sie gerade durchmachen. Außerdem möchten wir ein realistisches Bild aufzeigen, mit dem wir Ihnen Hoffnung, aber keine falsche Hoffnung machen können. 

Hier geht es zu (Telefon-)Adressen und Selbsthilfegruppen!




Professionelle Hilfe suchen

Mit psychischen Störungen ist genauso wenig zu spaßen, wie mit anderen ernsthaften, körperlichen Erkrankungen auch. Wenn die Person, um die Sie sich sorgen, also noch keine professionelle psychotherapeutische und/oder ärztliche Hilfe bekommt, ist ein erster großer Schritt getan, wenn sich das ändert. Sich eingestehen, dass man Hilfe braucht und zum Psychotherapeuten/Arzt/Beratungsstelle geht, ist häufig gar nicht so leicht. Sie können den/die Betroffene/n dazu ermutigen und ihm/ihr versichern, dass das nichts Unnormales und keine Schande ist. Professionelle Unterstützung wird sowohl dem/der Betroffene/n helfen, als auch Sie als Angehörige/n entlasten.




Das Bild von psychischen Störungen in den Medien und die Stigmatisierung psychisch Kranker

Leider werden auch heute noch psychische Störungen von einigen Teilen der Gesellschaft nicht anerkannt. Viele Menschen mit psychischen Störungen und deren Angehörigen kennen es, dass ihnen mit Angst, Unmut oder sogar Spott begegnet wird. Das ist für Sie und für die erkrankten Menschen sicherlich sehr belastend und es ist gut, wenn Sie diesen Stimmen nicht allzu viel Gewicht schenken. Psychische Störungen sind genau solche Erkrankungen wie körperliche Krankheiten auch – und in den meisten Fällen sogar ziemlich schwere. Trotzdem gibt es heute gute Möglichkeiten, um psychische Störungen zu behandeln und das Leid aller – inklusive das der Angehörigen – zu lindern. 



Psychoedukation

Das Verhalten vieler Menschen, die mit Unverständnis auf psychische Störungen reagieren, ist häufig darin begründet, dass sie selbst wenig darüber wissen. Auch für Angehörige ist es häufig entlastend, etwas über die Erkrankung, ihre Symptome und ihre Behandlung zu wissen. Das kann dabei helfen, mit der psychischen Störung umzugehen, für die Erkrankten da zu sein und sich eigene Ängste zu nehmen. Häufig ist es auch möglich, von dem/r Therapeuten/in des/r Betroffenen Informationen über die Krankheit an sich und über den Behandlungsansatz zu bekommen. Wenn der/die Betroffene möchte, kann man sogar Therapiesitzungen gemeinsam gestalten und den/die Angehörige/n an der Behandlung teilhaben lassen.


 

Lassen Sie sich nicht entmutigen

Angehörige/r eines Menschen mit psychischer Störung zu sein ist häufig anstrengend, belastend und kann ganz schön ermüdend sein. Wichtig ist, dass Sie wissen, dass es schon hilft, wenn Sie den Betroffenen in der schwierigen Lebensphase nicht allein lassen! Es gibt nicht den richtigen Umgang mit einer psychischen Störung eines nahestehenden Menschen. Haben Sie ein offenes, ehrliches Ohr für ihn und seine Sorgen und seien Sie sich selbst gegenüber genauso aufmerksam. Sie tragen die Verantwortung nicht alleine. Und auch Sie dürfen Sorgen und Ängste haben und sich Rat holen. 


Berlin 1st Hand - Guided Citytours - Bernd Gutberlet  Anlaufstellen für Angehörige von Menschen mit psychischen Störungen finden Sie 
hier