Wie finde ich einen Therapeuten?


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Den oder die richtige Therapeutin zu finden ist meistens gar keine so einfache Angelenheit.
Dabei ist die Passung zwischen Patient/in und Therapeut/in essentiell für den Therapieerfolg.
Wir verraten Ihnen, auf welche zwei Dinge Sie achten sollten.


1. Finanzierung abklären
 
Eine Psychotherapie wird in Deutschland zwar von den gesetzlichen Krankenversicherungen bezahlt – allerdings nur, wenn man einen Therapieplatz bei einem approbierten kassenzugelassenen Therapeuten findet. Ob ein Therapeut oder eine Therapeutin einen sogenannten Kassensitz hat und die Therapie somit von der Krankenkasse übernommen wird, finden Sie meist heraus, wenn Sie den oder diejenige Therapeutin im Internet suchen.
 
Um nicht alle Therapeuten einzeln durchsuchen zu müssen, gibt es aber auch einfachere Wege:

1. Nutzen Sie die Therapeutensuche auf unserer Webseite. Im Kollegennetzwerk dürfen nur approbierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten Mitglied werden.

2.  Auch Suchmaschinen für Psychotherapeuten  wie Psychotherapeutensuche oder die Weisse-Liste haben gute Übersichten, sind werbefrei und haben auch nur approbierte Therapeuten auf der Liste.

3. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach. Die meisten Krankenkassen verfügen über Listen, auf denen die kassenzugelassenen Psychotherapeuten aufgeführt sind, aber manchmal sind diese Listen nicht ganz aktuell, oder ein Therapeut steht nicht auf der Liste, der seine Praxis zwar ganz in ihrer Nähe hat, aber jenseits des Verwaltungsbezirks, auf den sich die Liste bezieht.

4. Fragen Sie bei der für Ihre Region zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung nach. Hier können Sie sicher sein, dass die Liste vollständig und aktuell ist. Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite der Kassenärztlichen Vereinigung in Ihrem Bundeslad. Der Nachteil ist, dass Sie nur im Bereich Ihrer KV recherchieren können und nicht z.B. über Bundesländergrenzen hinweg.

5. Fragen Sie Ihren Hausarzt (oder einen anderen Arzt Ihres Vertrauens). Vielleicht hat er schon mit dem einen oder anderen Therapeuten zusammengearbeitet und kann abschätzen, ob Sie mit ihm oder ihr ein gutes Team bilden würden. Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass Ihr Hausarzt alle in seinem Bezirk kassenärztlichen Psychotherapeuten kennt, daher birgt diese Methode ein gewisses Risiko, den-/diejenige Therapeut/in zu übersehen, mit dem Sie vielleicht am besten harmonieren würden.
 
 
 
2. Wie finde ich einen zu mir passenden Therapeuten oder eine Therapeutin?
 
Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, weil niemand genau weiß, woran man zweifelsfrei erkennt, dass „das Bauchgefühl passt“, „die Chemie stimmt“ oder „die Wellenlänge übereinstimmt“.
Ein wichtiger Punkt ist ein allgemeines Gefühl von gegenseitiger Sympathie, die für eine erfolgreiche Psychotherapie vorhanden sein sollte. Manchmal kann aber auch ein Therapeut, der streng oder fordernd erscheint, genau der richtige sein. Es hängt auch von Ihnen, Ihrer Lebensgeschichte und Ihrem Problem ab, welcher Therapeutentyp zu Ihnen passt. Auf jeden Fall sollten Sie das Gefühl haben, dass der Therapeut sich Zeit für sie nimmt, Ihnen zuhört, Ihr Problem versteht und bemüht ist, Ihnen zu helfen. Sie sollten Fragen stellen können, die aufrichtig beantwortet werden (beachten Sie aber, dass Therapeuten in der Regel keine Auskünfte über Persönliches geben, denn das könnte die Therapiedurchführung beeinträchtigen).

Eine Aufgabe der ersten Sitzungen (auch probatorischen Sitzungen genannt) besteht für Patient wie auch Therapeut darin, das Gefühl zu prüfen, ob man miteinander arbeiten kann. Stellt sich die „gemeinsame Wellenlänge“ einfach nicht ein, wäre es Zeit- und Geldverschwendung, dennoch eine Therapie zu beantragen. Aus diesem Grund werden die probatorischen Sitzungen von den Krankenkassen auch mehrfach übernommen, um Ihnen (theoretisch) die Möglichkeit zu geben, sich verschiedene Therapeuten in einigen Probesitzungen anzuschauen und dann bei dem- oder derjenigen die Therapie zu beantragen, bei dem oder der Sie sich am besten gefühlt haben. Sehr wahrscheinlich werden Sie innerhalb von etwa drei Sitzungen ein klares Gefühl entwickeln, ob zwischen Ihnen und dem Therapeuten so etwas wie eine „hilfreiche Beziehung“ entsteht, was die wichtigste Voraussetzung für ein gutes Therapieergebnis ist. In der Realität ist es durch die langen Wartlisten aber schwierig, bei mehreren Psychotherapeuten einen Termin zu bekommen. Trotzdem sollte Sie einem Therapieantrag an Ihre Krankenkasse nur zustimmen, wenn Sie überzeugt sind, mit diesem Therapeuten oder dieser Therapeutin arbeiten und Ergebnisse erzielen zu können, denn ein Therapeutenwechsel in einer laufenden Therapie hat oftmals mehr Nachteile als Vorteile.
 
 
 
nach Helmut Krauthauser